Es gibt keine SimsOpolitan mehr – wen juckt’s?

EBG-Schülerzeitung löst sich auf und spendet ihr Guthaben an den Schulfonds und an Reporter ohne Grenzen

Wehmut überkam die ehemalige SimsOpolitan-Redaktion schon, als sie vor kurzem beim Abschluss-Pizzaessen ihre preisgekrönte Schülerzeitung quasi zu Grabe trug.

Vor den Sommerferien war die letzte Ausgabe erschienen – wohlgemerkt eine recht provokante mit dem Titel “Wen juckt’s?“, an deren Ende sich die Redaktion verabschiedete und die bittere Frage stellte, ob der Verlust der Schülerzeitung überhaupt jemanden jucke.

Viele Jahre juckte die SimsOpolitan die Schulgemeinschaft, doch dann passierte das, was man wohl dem allgemeinen Zeitungssterben zuschreiben muss: Die Leserschaft wurde immer kleiner und damit schwand auch die Lust der Redakteure zu schreiben.

Dabei handelte es sich bei der 2008 gegründeten SimsOpolitan keineswegs um ein seichtes „Käsblättle“.

In den Jahren 2009 (3. Platz) und 2011 (2. Platz) war die SimsOpolitan in der Landeshauptstadt als dritt- und zweitbeste Schülerzeitung in Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Im Dezember 2012 gelang dann der ganz große Durchbruch: Die SimsOpolitan erhielt das Prädikat „beste Schülerzeitung des Landes Baden-Württemberg“ in der Kategorie „Gymnasien“.

Im Laufe der Jahre hatten sich nun Preisgelder und andere Einnahmen angesammelt. Die Redaktion um Daniel Binanzer, Tina Schmid und Sylvia Kröger war es ein Anliegen, die vorhandene Summe gut „anzulegen“: Von den rund 1300 Euro ging die Hälfte an den EBG-Schulfonds. Aus diesem Topf werden EBG-SchülerInnen unterstützt, deren Familien zum Beispiel nicht in der Lage sind, Schullandheimaufenthalte oder Studienfahrten zu schultern. Die andere Hälfte überwies die Redaktion an „Reporter ohne Grenzen“.

Mit folgenden Worten endet die letzte Ausgabe der „SimsO“: „Vielleicht wird die SimsOpolitan ja eines Tages wieder zum Leben erweckt werden. Vielleicht wird es irgendwann wieder Schülerinnen und Schüler geben, die es in den Fingern juckt und die dann zu Stift und Papier bzw. zur Tastatur greifen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Vielleicht! Man soll ja niemals nie sagen! Bis dahin sagen wir danke und tschüss. Eure SimsOpolitan-Redaktion.“

Bleibt nur zu hoffen, dass es bald Nachfolger geben wird…